Zum Inhalt springen
Ernährung

So findest du das ideale Futter für deinen Hund

Unterschiede zwischen Trocken-, Nassfutter und BARF. Wie viel je nach Alter und Gewicht. So liest du das Etikett, um nicht auf Marketingfallen hereinzufallen.

Inhaltsverzeichnis (10)
  1. 1. Verfügbare Futterarten
  2. 2. Trockenfutter: Vor- und Nachteile
  3. 3. Nass- und halbfeuchtes Futter
  4. 4. BARF-Diät (roh)
  5. 5. Selbst gekochtes Futter
  6. 6. So liest du das Etikett des Futters
  7. 7. Zutaten, auf die man achten und die man meiden sollte
  8. 8. Richtige Menge je nach Gewicht und Aktivität
  9. 9. Welpe vs. erwachsen vs. Senior
  10. 10. So wechselst du das Futter ohne Durchfall

Deinen Hund zu füttern ist nicht kompliziert, aber durchaus wichtig. Die Ernährung bestimmt seine Lebenserwartung, Fellqualität, Energie und Verdauungsgesundheit und reduziert Tierarztbesuche. Dieser Ratgeber hilft dir, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Marketingfallen zu vermeiden.

In Deutschland verfügbare Futterarten

Auf dem deutschen Markt findest du 4 Hauptkategorien:

  • Trockenfutter · die praktischste und günstigste Option
  • Nassfutter in Dose oder Beutel · höhere Schmackhaftigkeit, weniger günstig
  • BARF-Diät (roh) · Fleisch + fleischige Knochen + Gemüse
  • Selbst gekochtes Futter · von Tierärzten zusammengestellte Rezepte

Jede hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass es ernährungsphysiologisch vollständig und ausgewogen für Alter, Gewicht und Aktivität deines Hundes ist.

Trockenfutter: die praktischste Option

Trockenfutter (auch Kibble genannt) ist die häufigste Option, weil:

  • Lange Haltbarkeit (6-12 Monate verschlossen)
  • Geringere Kosten pro kg im Vergleich zu anderen Optionen
  • Unterstützt mechanisch die Zahnhygiene (abrasiver Effekt)
  • Einfache und exakte Dosierung

Nachteile:

  • Geringerer Feuchtigkeitsgehalt → dein Hund muss mehr Wasser trinken
  • Einige günstige Marken verwenden minderwertige Fleischmehle
  • Geringere Akzeptanz als Nassfutter (kann bei älteren oder genesenden Hunden problematisch sein)

Nass- und halbfeuchtes Futter

Futter in Dose oder Beutel hat 70-85 % Feuchtigkeit gegenüber 10 % beim Trockenfutter. Das macht es schmackhafter und unterstützt die Hydratation. Es ist gut für:

  • Senior-Hunde oder Hunde mit Zahnproblemen
  • Hunde, die nicht genug Wasser trinken (besonders im Sommer)
  • Sehr dünne Hunde, die zunehmen müssen
  • Hunde mit Nierenproblemen (mehr Feuchtigkeit = weniger Nierenbelastung)

Kosten 3-5x höher als Trockenfutter. Viele Halter machen eine Mischung aus 70 % Trocken- + 30 % Nassfutter, um die Ernährung zu verbessern, ohne das Budget zu sprengen.

BARF-Diät (Biologically Appropriate Raw Food)

Die BARF-Diät basiert darauf, nachzuahmen, was ein wilder Hund fressen würde: rohes Fleisch + fleischige Knochen + Organe + Obst/Gemüse in bestimmten Anteilen (typischerweise 70/20/10).

Echte Vorteile: viele Hunde verbessern Fell, Verdauung, Zähne und Gewicht mit gut zusammengestelltem BARF.

Ernste Risiken, wenn es falsch gemacht wird:

  • Kalzium-/Phosphormängel (ohne das richtige Verhältnis von Knochen)
  • Bakterielle Kontamination (Salmonellen, Listerien)
  • Verstopfungen durch schlecht gewählte Knochen (NIEMALS gekochte Knochen)
  • Zeit- + Geldaufwand höher als bei Premium-Trockenfutter

Wenn du BARF möchtest, hole dir eine spezialisierte tierärztliche Beratung (improvisiere nicht mit YouTube-Videos).

Selbst gekochtes Futter

Selbst gekochtes Futter ist geeignet, wenn es von einem Tierarzt mit Ernährungsspezialisierung zusammengestellt wurde. Typische Rezepte enthalten gekochtes mageres Fleisch + gekochten Reis/Kartoffel + Gemüse + ein spezifisches Mineral-/Vitaminpräparat.

Kosten ähnlich wie ein Premium-Trockenfutter. Vorteil: vollständige Kontrolle über die Zutaten. Nachteil: Zubereitungszeit + Risiko von Ungleichgewichten, wenn es nicht von einem Fachmann zusammengestellt wird.

So liest du das Etikett des Futters

Das Etikett des Futters ist der Ort, an dem sich Premium-Marken von Marketingfallen trennen. Lies immer die Reihenfolge der Zutaten: Sie sind von der größten zur kleinsten Menge aufgelistet. Was zuerst erscheint, ist am meisten enthalten.

Was du bei den ersten 3 Zutaten sehen möchtest:

  • „Frisches Hähnchen“, „Frischer Lachs“, „Frisches Lamm“ (spezifisches frisches Fleisch, NICHT „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“)
  • „Getrocknetes Hühnermehl“ (konzentriertes Protein von guter Qualität)
  • Kartoffel, Süßkartoffel, Vollkornreis (langsam verwertbare Kohlenhydrate)

Warnsignale:

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ (generische Mischung aus Nebenprodukten)
  • „Getreide“ ohne Angabe (kann billiger Weizen oder minderwertiger Mais sein)
  • „Pflanzliche Öle“ ohne Angabe (zweifelhafte Qualität gegenüber konkretem Lachsöl)
  • „In der EU zugelassene Antioxidantien und Konservierungsstoffe“ (kann BHA, BHT, Ethoxyquin enthalten — laut Studien krebserregend)
  • Zugesetzte Farbstoffe (Hunde unterscheiden Farben nicht wie wir — buntes Futter ist dafür da, dass der Halter es kauft)

Zutaten, auf die man achten und die man meiden sollte

Ausgezeichnet: frisches Hähnchen / Lachs / Lamm / Pute / Ente · ganzes Ei · Vollkornreis · Kartoffel · Süßkartoffel · Karotte · Heidelbeeren · Lachsöl · zugesetztes Taurin · L-Carnitin · Glucosamin (Senior-Hunde)

Akzeptabel: Fleischmehle (Trockenprodukt eines bestimmten Tieres) · Vollkornmais in kleinen Mengen · Rübenschnitzel

Meide: „Fleisch und Nebenerzeugnisse“ ohne Angabe · zugesetzter Zucker · übermäßiges Salz · Farbstoffe (E-129, E-110 usw.) · BHA / BHT / Ethoxyquin · Soja in großen Mengen

Richtige Menge je nach Gewicht und Aktivität

Die Menge variiert je nach Marke (siehe Tabelle auf der Verpackung), aber als allgemeine Referenz sind 2-3 % des Idealgewichts ein guter Ausgangspunkt:

  • Hund mit 5 kg → 100-150 g/Tag
  • Hund mit 10 kg → 200-300 g/Tag
  • Hund mit 20 kg → 400-500 g/Tag
  • Hund mit 30 kg → 500-650 g/Tag
  • Hund mit 40 kg → 700-850 g/Tag

Anpassungen je nach Aktivität:

  • Sitzend (kurzer Spaziergang + zu Hause) → −20 %
  • Normal (2 Spaziergänge + Spiel) → Basismenge
  • Sehr aktiv (Jagdhund, Arbeit, Agility) → +30-50 %
  • Trächtig oder säugend → +50-100 %

Teile auf 2 Mahlzeiten auf (morgens + abends) für erwachsene Hunde. Welpen: 3-4 Mahlzeiten bis 4 Monate, 2-3 Mahlzeiten bis 6 Monate, 2 Mahlzeiten ab 6 Monaten.

Welpe vs. erwachsen vs. Senior

Jede Lebensphase braucht eine andere Rezeptur:

Welpe (0-12 Monate, bis 24 bei großen Rassen):

  • Mehr Protein (min. 28 %) und Fett (min. 15 %) für das Wachstum
  • Ausgewogenes Kalzium und Phosphor (entscheidend für die Knochen)
  • DHA (Omega-3-Fettsäure) für die Gehirnentwicklung
  • Kleine Kibble-Größe, damit er es kauen kann

Erwachsen (1-7 Jahre):

  • Protein 22-26 % · Fett 12-18 %
  • Gewichtserhaltung → achte auf die Menge

Senior (7+ Jahre bei großen, 9+ bei mittleren, 10+ bei kleinen):

  • Protein guter Qualität, aber moderat (Nierenfunktion)
  • Weniger Fett, um Übergewicht zu vermeiden
  • Gelenkpräparate (Glucosamin, Chondroitin, Omega-3)
  • Weicheres oder feuchtes Kibble (Zahnprobleme)

So wechselst du das Futter ohne Durchfall

Das Futter abrupt zu wechseln ist die Ursache Nr. 1 für akuten Durchfall bei gesunden Hunden. Befolge immer den schrittweisen Übergang über 7-10 Tage:

  • Tage 1-3 · 75 % altes Futter + 25 % neues
  • Tage 4-6 · 50 % + 50 %
  • Tage 7-9 · 25 % + 75 %
  • Tag 10 · 100 % neues

Wenn dein Hund Durchfall hat, gehe für ein paar Tage zurück auf 75/25, bevor du weitermachst. Wenn der Durchfall länger als 48 h anhält oder Erbrechen + Apathie auftreten, geh zum Tierarzt.

Zusammengefasst: Wähle eine Premium-Marke mit spezifischem frischem Fleisch als erster Zutat, berechne die Menge nach Idealgewicht und Aktivität, passe sie an die Lebensphase an und nimm Futterwechsel schrittweise vor. Wenn du konkrete Fragen hast, können dich die Tierärzte des Mizuu-Netzwerks zur passendsten Ernährung für deinen Hund beraten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das beste Hundefutter in Deutschland?
DAS eine beste Futter gibt es nicht. Es hängt vom Alter, Gewicht, der Aktivität und den besonderen Bedürfnissen deines Hundes ab. Allgemein solltest du auf Folgendes achten: frisches Fleisch als erste Zutat (keine Mehle), getreidefrei oder mit Vollkorngetreide (kein Mais), ohne künstliche Farb- und Konservierungsstoffe, AAFCO- oder FEDIAF-Zertifizierung. Marken mit gutem Ruf in Deutschland: Acana, Orijen, Taste of the Wild, Nutram, Eukanuba Premium. Meide sehr günstige Supermarktmarken, da sie oft viele Nebenerzeugnisse enthalten.
Wie viel Futter gebe ich meinem Hund?
Die allgemeine Regel lautet 2-3 % seines Idealgewichts an Futter pro Tag, aufgeteilt auf 2 Mahlzeiten bei erwachsenen Hunden und 3-4 bei Welpen. Beispiel: Hund mit 10 kg → 200-300 g/Tag. Passe es aber je nach Futtermarke (siehe Tabelle auf der Verpackung) und der tatsächlichen Aktivität des Hundes an. Nimmt er zu, reduziere; verliert er Gewicht, erhöhe. Das monatliche Wiegen beim Tierarzt ist die beste Referenz.
Ist die BARF-Diät besser als Fertigfutter?
BARF (Biologically Appropriate Raw Food) kann hervorragend sein, ERFORDERT ABER Wissen + Zeit + Budget. Falsch gemacht kann es schwere Nährstoffmängel verursachen. Wenn du Zeit und Geld hast, es richtig zu machen (mit tierärztlicher Beratung), ist es eine gültige Option. Wenn nicht, reicht ein hochwertiges Fertigfutter aus und ist deutlich praktischer.
Darf mein Hund Menschenessen fressen?
Manche Lebensmittel ja: gekochtes Hähnchen ohne Salz, weißer Reis, gekochte Karotte, Apfel ohne Kerne. VERBOTEN und giftig: Schokolade, Weintrauben, Zwiebel, Knoblauch, Avocado, roher Teig, Alkohol, Xylit (zuckerfreie Kaugummis). Gewöhne ihn generell nicht an das „vom Tisch“ — das fördert Betteln und bringt die Ernährung aus dem Gleichgewicht.
Wann sollte man von Welpen- auf Adultfutter umstellen?
Das hängt von der Größe ab: kleine Rassen (Chihuahua, Yorkie) wechseln mit 9-12 Monaten · mittlere (Border Collie, Golden Retriever) mit 12-15 Monaten · große (Deutscher Schäferhund, Labrador) mit 18-24 Monaten · Riesenrassen (Deutsche Dogge, Bernhardiner) mit 24 Monaten. Gradueller Wechsel über 7-10 Tage, indem du zunehmende Anteile des neuen Futters untermischst.
Kann mein Hund vegetarisch oder vegan ernährt werden?
NICHT empfohlen. Hunde sind Allesfresser mit fleischfresserischer Tendenz. Es gibt zertifiziertes veganes Futter, das aber eine gezielte Ergänzung von Taurin, Vitamin B12 und Fettsäuren erfordert. Die meisten Tierärzte raten von veganer Ernährung bei Hunden ab, da sehr leicht Mängel entstehen. Wenn du ethische Gründe hast, wende dich an einen spezialisierten Tierarzt.

Wer hat es geschrieben

Geschrieben vom Mizuu-Redaktionsteam. Ersetzt nicht die Konsultation deines Tierarztes.

So schreiben und prüfen wir unsere Leitfäden

Bereit zu adoptieren?

Wenn die Informationen in diesem Ratgeber dir bestätigen, dass du die Verantwortung übernehmen kannst, warten jetzt hunde auf eine Familie.

hunde zur Adoption ansehen

Weiterlesen